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title: "Ein Wecker basierend auf einem Raspberry Pi"
date: 2026-05-05
description: "Ein Raspberry Pi wird zu einem interaktiven Wecker mit Arcade-Button und Rätselfunktion."
translationKey: "wecker-raspberry-pi-post"
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Das Kind kam mit der Idee, einen Wecker zu bekommen. Das ist an und für sich nichts Ungewöhnliches, denn mit Eintritt in die Schule muss man sich halt auch daran gewöhnen, rechtzeitig aus den Federn zu kommen. Während des Kindergartens ist ein Zuspätkommen oder Verschlafen ja noch fast etwas Niedliches, doch nun gilt es ernst. Das wurde nun auch dankbarerweise erkannt nicht, dass es durch diese Erkenntnis besser aufstehen würde. Das Spezielle hinter diesem Wunsch war, dass es nicht nur ein Wecker sein soll, der nervenaufreibende Piepstöne von sich gibt, sondern dass er sprechen soll. Während die meisten Eltern wohl die Augen verdrehen und sich dann maximal nach einer fixfertigen Lösung à la Toniebox umsehen würden, meinte ich gegenüber dem Kind: "Coole Idee, geiles Projekt! Machen wir zusammen."
## Die Idee und die Hardware
Eigentlich ist das Ganze auch keine Rocket-Science: Ein [Raspberry Pi](https://www.raspberrypi.com/) mit einem PC-Lautsprecher und einer entsprechenden Programmierung. Die Bedienung war eher die Herausforderung. Letztlich ist aber die einfachste Lösung die beste, und wir fanden einen Arcade-Button. Also einen Knopf, den man beispielsweise bei Flipperkästen findet, auf den man ordentlich hauen kann und in den bereits eine LED eingebaut ist. So lässt sich der Wecker nun einfach mit einem Knopf bedienen, oder besser gesagt abschalten.
![Die Komponenten: Raspberry Pi und der Arcade-Button](wecker-1.jpg)
Einen alten Raspberry Pi ein Model B aus dem Jahr 2018 mit 2 GB Arbeitsspeicher habe ich dankbarerweise von einem Freund gespendet bekommen. Eine etwas grössere SD-Karte auch. Eigentlich wollte ich erst ein NixOS auf dem Gerät installieren. Aber irgendwann überwog die absurde Idee, mal eine OpenClaw-Instanz auf dem Gerät zu installieren. Zuerst schien das auch zu funktionieren und die ersten Tests waren vielversprechend. Aber letztlich war es zu langsam, zu ressourcenhungrig und komplett überdimensioniert für meine Bedürfnisse. Ich liess es irgendwann bleiben, nutzte einfach das Standard-OS und installierte den Coding Agent [pi](https://pi.dev), um das Ganze zu bedienen. Auch hier: Die einfachste Lösung ist letztlich die beste.
## Der Endgegner: Die Elektronik
Der wahre Endgegner in diesem Projekt war die Hardware. Ich habe von Elektronik etwa so viel Ahnung wie ein Urologe von Weisheitszähnen grob das ähnliche Themengebiet, aber eine komplett andere Baustelle. Ich tat also, was ich in dieser Situation immer tue: Die KI fragen. Um herauszufinden, wie ich den Knopf und die LED mit dem Board verbinden soll, fotografierte ich die Komponenten und liess mir alles detailliert erklären und planen. Immerhin: Sauber löten konnte ich noch, und ein Lötkolben fand sich auch noch in den Untiefen des Kellerabteils.
![Die Verkabelung und Lötarbeiten an der Hardware](wecker-2.jpg)
Als Gehäuse diente eine alte Holzkiste aus einem gescheiterten Experiment, bei dem ich vor ein paar Jahren versucht hatte, einen eigenen Humidor zu bauen. Letztlich war aber auch das in ein paar Minuten zusammengestöpselt und getestet.
![Einbau in die alte Holzkiste, die ursprünglich ein Humidor werden sollte](wecker-3.jpg)
## Vom Sprechen zum Rätsellösen
Aus der Sprachausgabe wurde dann aber vorerst nichts. Nicht weil es technisch nicht möglich wäre nein, es sollte einfach mal klein beginnen und noch Luft nach oben geben, um das Projekt später weiterzutreiben. Ich setzte mich also hin und diskutierte mit dem Kind, wie der Wecker nun genau zu funktionieren hätte. Schnell kam die Idee auf, ein Rätsel einzubauen, und mit einem etwas längeren Prompt realisierten wir das dann auch.
Wir nahmen einfach mal den Song ["Sunshine Reggae" von Laid Back](https://www.youtube.com/watch?v=R82XGJV_nkU) zum Aufstehen. Ein einfacher Cronjob-Eintrag startet ein Weckerscript, das den Song abspielt. Betätigt man den Knopf, fängt die eingebaute LED an, zufällig zu blinken. Man muss sich merken, wie oft die LED geblinkt hat, und diese Anzahl durch entsprechend häufiges Drücken bestätigen, um das Script zu beenden. Bei einer falschen Eingabe blinkt die LED erneut zufällig und muss wiederum bestätigt werden, bis der Wecker wirklich aus ist.
Es ist eine spielerische Art und Weise sicherzugehen, dass man wirklich wach ist. Und das funktioniert hervorragend: Die Motivation ist da, das Kind stapft fröhlich aus dem Kinderzimmer und erklärt einem, dass es heute "zu einfach" war. Ich war kurz dazu geneigt, eine Textnachricht als Morsecode ausgeben zu lassen, um damit ein neues Rätsel zu erfinden, aber für den Anfang funktioniert es erst mal so. Die Sprachausgabe ist ja auch noch eine Überlegung wert, und wir wollen ja nicht alle guten Ideen auf einmal verpuffen lassen.
![Der fertige, interaktive Raspberry Pi Wecker](wecker-4.jpg)
## Überschaubare Kosten, unbezahlbarer Spass
Übrigens: Die Kosten für dieses Projekt waren absolut überschaubar. Den Arcade-Button und die passenden Kabel musste ich für ca. CHF 10. bestellen. Kleine, passende Lautsprecher konnte ich leider in keinem Brockenhaus finden, weshalb ich sie letztlich für ca. CHF 30. neu kaufte. Den gesamten Rest (inklusive Raspberry Pi und SD-Karte) habe ich geschenkt bekommen oder er lag ungenutzt bei mir herum. Mich kostete das Projekt unter dem Strich also etwa CHF 40.. Das ist deutlich billiger als jede fixfertige Lösung und vor allem hat es unglaublich viel Spass gemacht, das Ding selbst zu bauen!
2026-05-05 16:46:55 +02:00
Wer das Ganze gerne nachbauen möchte: Der letztlich doch sehr simple Quelltext findet sich unter [https://codeberg.org/gurix/wecker](https://codeberg.org/gurix/wecker).
P.S. Auf Wunsch von Linus eine Live-Demo ;-)
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